Informationen aus dem Landkreis


Leserbriefe und Meinungen

Die Leserbriefe wurden in der örtlichen Presse nur zum Teil veröffentlicht.



Leserbrief an BDM Aktuell am 17.01.2016

Gestern wurde auf dem Symposium von den Teilnehmern der abschliessenden Podiumsdiskussion mehrfach die Frage gestellt, weshalb die Bauern, insbesondere Milchbauern, denken, dass sie in der Wirtschaft eine Sonderrolle spielen, bzw, weshalb ihnen eine Sonderbehandlung zustehen soll. Gerne hätte ich dazu noch einen Satz gesagt, aber aus Zeitgründen war dies nicht mehr möglich. Weil mir diese Frage sehr wichtig ist, will ich meine Einschätzung auf diesen Weg kundtun und bitte Sie den folgenden Text als Leserbrief oder Meinungsäusserung bei Ihrer sicherlich wie gewohnt ausführlichen und guten Berichterstattung zum Symposium mit zu berücksichtigen. Auf dem Symposium hätte ich meine Gedanken nicht so ausführlich darstellen können, deshalb war es wohl besser, dass ich nicht mehr zu Wort gekommen bin.

Weshalb haben die Bauern eine Sonderrolle in unserem Wirtschaftskreislauf?

Landwirtschaft wirtschaftet mit unseren Lebengrundlagen: Boden, Wasser und Luft. Als einziger Wirtschaftszweig sind die Bauern in der Lage durch ihr Wirtschaften diese Lebensgrundlagen nicht nur zu erhalten, sondern zu verbessern. Unser Boden lebt. Durch entsprechende Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Düngung können wir das Leben im Boden fördern. Ein lebendiger Boden mit hohem Humusgehalt ernährt nicht nur unsere Pflanzen, sondern sorgt auch als grosser Speicher und Filter für ein sauberes Grundwasser, verhindert Erosionen und vermindert die Hochwassergefahr. Durch den Anbau von tiefwurzelnden Pflanzen können wir Nährstoffe, die in tiefere Bodenschichten verlagert wurden, wieder zurückholen und dadurch unser Grundwasser reinigen. Das Wachstum unserer Pflanzen bindet Kohlendioxid und wandelt es in Pflanzenmasse um. Ein Teil wird als Erntegut abgefahren, ein Teil dient der Ernährung des Bodenlebens und zum Humusaufbau. Das "Abfall"produkt ist Sauerstoff, den Mensch und Tier zum Atmen brauchen. Die Speicherung des Kohlenstoff im Humus wirkt dem Klimawandel entgegen.

Alle anderen Wirtschaftszweige verbrauchen oder verschmutzen für ihr Wirtschaften mehr oder weniger viel von Boden, Wasser und Luft.

Eine verantwortungsvolle Agrarpolitik muss deshalb der Landwirtschaft in erster Linie ermöglichen, die Aufgabe der Erhaltung und Verbesserung unserer Lebengrundlagen, Boden, Wasser und Luft, zu erfüllen.

Die aktuellen Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft weisen jedoch in eine andere Richtung. Zunehmend belastet auch landwirtschaftliche Tätigkeit unsere Lebensgrundlagen. Schwere Maschinen verdichten zunehmend unsere Böden. Luft und Wasser werden durch Hilfsmittel landwirtschaftlicher Produktion belastet. Diese Entwicklung kann zu Recht als "Industrialisierung" der Landwirtschaft bezeichnet werden.

Die zentrale Aufgabe der Bauern, der Erhalt und die Verbesserung unserer Lebensgrundlagen muss wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Dies ist die Aufgabe der Politik, die dafür die Rahmenbedingungen ändern muss, damit die Bauern von der Erfüllung dieser Aufgabe auch wirtschaftlich leben können und die Aufgabe jedes Einzelnen.

MfG Jürgen Schilling
Leserbrief an das Bayrische Landwirtschaftliche Wochenblatt am 10.10.2014

In Ergänzung zu Günther Felßner noch einige Zahlen zum Thema Welternährung: Etwa 800 Millionen Menschen hungern weltweit; zirka die gleiche Anzahl hat Probleme mit Ubergewicht. In Europa werden nach Schätzung von Fachleuten 30 - 40 Prozent der verzehrbaren Lebenmittel weggeworfen; in den USA fast die Hälfte. Aus diesen Zahlen schließe ich, dass die Welternährung nicht in erster Linie durch landwirtschaftliche Mehrproduktion in Europa gesichert werden kann.

Jürgen Schilling
Interview im Hohenloher Tagblatt, 25. Juni 2013

Link zum Interview
mit Daniel Kiessecker
Leserbrief in der unabhängigen bauernstimme, Juni 2012

Ich war in Konstanz dabei! Mein Papa hat mir das selbstgemalte Holzschild ,,Mir lond id lugg!" (,,Wir lassen nicht locker!") an den Schlepper geschraubt und meine Mama und meine Schwester sind mit dem Bus nach Konstanz zur Agrarministerkonferenz gekommen und haben mich angefeuert. Papas BDM-Kollegen fanden es eh klasse, dass ich als siebzehnjähriges Schulmädchen mitfahre, die ganze 250 km lange Strecke von Mittelfranken an den Bodensee, zusammen mit fünf weiteren Bauern aus ganz Franken. Eigentlich wollte ich bis jetzt nicht unbedingt Bäuerin werden. Meine drei Geschwister auch nicht, und unsere Eltern haben sich auch davor gedrückt, einfach einen von uns als Hofnachfolger zu bestimmen. Vielleicht hatten sie grad keine Zeit dazu, weil Milchkühe müssen auch am Wochenende gemolken werden und in ihrer ,,Freizeit" sind sie (Mama und Papa) oft auf Versammlungen, Demonstrationen oder Kundgebungen unterwegs. So bin auch ich Schon ganz schön in Deutschland herumgekommen, erst mit der Familie, später auch auf eigene Faust, um gegen Gentechnik, gegen Atomkraft oder für mehr Selbstbestimmung beim Milchpreis zu demonstrieren. Agrarpolitik kann ich also jetzt schon ganz gut, meine Kenntnisse in der Landwirtschaft beschränken sich auf das, was man als Bauernkind eben so machen muss - im Stall helfen, Steine vom Acker sammeln, an Wiesenrändern und aus Gräben das Heu rechen und als eindeutiger Aufstieg inzwischen eben auch Schlepper fahren. Drei Tage lang war ich mit dem Schlepperkonvoi unterwegs und habe vieleBauern und Bäuerinnen kennengelernt. Am ersten Abend haben wir auf einem Hof haltgemacht, ohne Vorankündigung, und durften dann dort übernachten, mit Bett und Frühstück. Das war toll.
Und dann das Zusammentreffen aller Schlepperfahrer an der Bodenseefähre und später in Konstanz, das war echt überwältigend. Alle diese Bauern und Bäuerinnen, die nicht daheim sitzen und abwarten, bis der Strukturwandel ihren Hof auch noch überflüssig macht, sondern sich aufmachen, sagen, was sie denken und vor allem auch Ideen haben, wie man es besser machen kann. Zum Beispiel könnten wir unsere Tiere mit dem füttern, was bei uns wächst, und natürlich müssten wir dann für unser Fleisch und unsere Milch auch den Preis bekommen, den die Produkte wert sind. Kann schon sein, dass Nicht- Bauern dann auf eine Markenklamotte oder einen Wochenendtrip verzichten müssten, vor allem aber müssten die Supermarktketten auf ihre zugkräftigen Billigangebote verzichten, mit denen sie Kunden in ihre Läden locken. Dass sie einen Teil ihrer Gewinnspanne drangeben, glaube ich nicht - so naiv bin ich auch wieder nicht!
Wieder zu Hause angekommen, sehe ich unseren Hof mit neuen Augen. Ich möchte nicht, dass hier alles in ein paar Jahren aufhört, die Äcker unter den Nachbarn aufgeteilt werden. Dann werde ich lieber selber hier Bäuerin. Meine Mama sagt, es gebe tausend Möglichkeiten, was man auf unserem Hof aufbauen könnte, ich müsse nicht alles so weitermachen wie bisher. Mein Papa sagt, er bräuchte heute eine Schlepperfahrerin, zum Getreidehacken. Auf geht's!

Barbara Schilling
Am 09.07.2011 an das BLW

Sehr geehrte Redaktion, den folgenden Text bitte ich als Leserbrief zum Artikel: "Der Eingriff in den Bauplan" aus BLW 26 zu veröffentlichen.

Früher gab es Gelehrte mit einem fachübergreifenden Wissen. Heute haben wir Wissenschaftler, mit einer fachspezifischen Kompetenz. Auch in unserer Gesellschaft zeigt sich diese Spezialisierung. Wir haben für jedes Problem einen Fachmann. Für Krankheit sind Ärzte und Krankenhäuser zuständig; die Alten und Gebrechlichen werden ins Alters- bzw. Pflegeheim verlegt und so gibt es noch etliche Beispiele für Problembewältigung durch Spezialisten. Wir delegieren unsere Verantwortung und verhalten uns hinterher oft entsprechend verantwortungslos und vertrauen den Fachleuten mehr als unserem gesunden Menschenverstand.
In dem Artikel wird Gentechnik mit Legospiel verglichen. Dies basiert auf der längst überholten Vorstellung, dass 1 Gen auch eine Wirkung hat. Es ist jedoch längst klar, dass jedes Gen vielfältige Wirkungen hat, die oft im Zusammenspiel mit anderen Genen und manchmal nur in sehr bestimmten Situationen eintreten. Es ist aus meiner Sicht eine sehr überhebliche Einschätzung, zu behaupten, wir hätten den Bauplan verstanden. Andererseits ist wissenschaftlich auch bewiesen, dass Vererbung nicht nur über Gene funktioniert. In dem Artikel wird auch das Thema "Markergene" angesprochen. Umstritten sind sie deshalb, weil hier zum Teil Antibiotika-Resistenzgene verwendet wurden, z.B. bei der Kartoffel Amflora. Laut der Broschüre "Grüne Gentechnik" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft auf Seite 32 sind Markergene nötig, um im Frühstadium die genveränderten Zellen aussortieren zu können, da GMO-Zellen im normalen Zellverband nicht wachsen, sondern an der Entwicklung gehindert werden. Man könnte auch sagen, sie werden als Müll ausgesondert.
In Weihenstephan wurde schon früher auf Veranlassung der Landesvereinigung Milch und Milcherzeugnisse Hessen der Übergang von DNA aus Gensoja und Genmais in die Milch eindeutig festgestellt. Der Übergang von DNA aus der Nahrung ist im übrigen nichts Neues und geschieht auch bei nicht genveränderter Nahrung laufend. Eine wachsweiche Lösung lehne ich deshalb, wie auch der Autor des Arktikels, strikt ab. Die Lösung heisst für mich: Weder Anbau von GVO, noch Futter aus oder mit GVO.

MfG Jürgen Schilling
Teil 2: Am 05.04.2011 an die FLZ als Antwort auf den Leserbrief des Herrn Prof. Jacobsen. Er wurde am 13.05.11 veröffentlicht.

Es gibt durchaus einige Untersuchungen, die auf die Gefahren von Genfutter hinweisen. Bei einem Versuch der TU München-Weihenstep han wurden die Hälfte der Kühe während des Versuchs ausgetauscht. Es gibt Berichte, dass Tiere grüne Gen-Pflanzen meiden, wenn sie eine Wahlmöglichkeit haben. Zum Thema Welthunger verweise ich auf den Weltagrarbericht, wo 400 Wissenschaftler, von der UNO beauftragt, zu dem Ergebnis kamen, dass Gentechnik und industrielle Landwirtschaft nicht die Lösung des Welthungerproblems sind. Zahlreiche Statistiken zeigen eine Steigerung des Herbizideinsatz bei Herbizidresistenten GV-Pflanzen. Wenn über Jahre nur Glyphosat eingesetzt wird, sind Resistenzen nicht unerwartet, sondern vorprogrammiert. Bt-Toxin als Spritzmittel enthält eine Gift-Vorstufe; durch die Verdauung wird das Gift aktiv. Das Spritzmittel wird auf das Blatt ausgebracht und innerhalb weniger Tage durch UV-Licht zersetzt. Es wird nur bei Bedarf gezielt angewendet, ca 2 - 3 Monate vor der Ernte. Bt-Pflanzen enthalten aktives Gift während des gesamten Wachstums. Es ist vor UV-Licht geschützt und wird unabhängig vom Bedarf produziert, 8g/kg bei 400 dt Erntemenge.

MfG Jürgen Schilling
Schnepfendorf
91541 Rothenburg
Am 13.04.2011 an die FLZ - er wurde etwas gekürzt veröffentlicht.

Zum Artikel "Gentechnik längst im Alltag"

Vor 30 Jahren gingen die Wissenschaftler davon aus, dass jedes Gen eine Funktion steuert. Heute wissen wir, dass i. d. R. einige Gene im Zusammenspiel wirken. In der praktischen Züchtung sind bei komplexen Eigenschaften, deshalb sind die herkömmlichen Züchter schneller am Ziel. Seit 30 Jahren argumentieren Gentechnikbefürworter wie Prof. Jacobsen. Die Realitäten sind andere. Etwa 1 Mrd. Menschen hungert, genausoviele haben Übergewicht. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass in Europa etwa 30 %, in den USA sogar 50 % der verzehrbaren Lebensmittel weggeworfen werden, muss das Problem nicht in der Produktionsmenge gesucht werden. Der reduzierte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist eine bewusste Lüge. Welche Firma würde ein Produkt auf den Markt bringen, das den eigenen Umsatz schmälert?? Die Probleme mit resistenten Unkräutern werden immer grösser und auf GVO-Flächen wird ein mehrfaches an Herbiziden eingesetzt. Unsere Landwirten setzen nur bei Bedarf Chemie ein. Bei BT-Mais wird zwar kein PSM zur Bekämpfung des Maiszünslers ausgebracht, aber der Mais produziert während des gesamten Wachstums das BT-Gift, über 300 kg/ha im Erntegut. Als Spritzmittel ist nur 1 -2 Prozent davon zugelassen, zur Anwendung während des Wachstums, 2-3 Monate vor der Ernte.

MfG Jürgen Schilling
Schnepfendorf
91541 Rothenburg
Leserbrief an das Ev. Sonntagsblatt, betr. Wirtschaftsethik am 14.01.2011

Sehr geehrte Redaktion,
mit grossem Interesse habe ich ihre Berichterstattung über die Synode und besonders das Thema Wirtschaftsethik gelesen. Auch ich steuere gerne ein paar Gedanken zu dem Thema bei und bitte diese als Leserbrief zu veröffentlichen:
Das Thema Wirtschaftsethik hat an Wichtigkeit gewonnen, deshalb halte ich es für richtig, dass sich die Synode damit beschäftigt. Finanztransaktionssteuer, höhere Steuern für Wohlhabende und die klare Zuordnung von Haftungsrisiken sind begründete und auch richtige Forderungen. Diese Forderungen zielen aber nur auf die Auswirkungen, nicht auf die Ursache des Problems.
Das Wachstum, das wir aus der Natur kennen, ist ein begrenztes Wachstum. Es gibt eine Phase mit erheblichem mengenmäßigen Zuwachs. Dieser Zuwachs wird dann langsamer und geht in einen Reifeprozess über. Kurz gesagt: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.
Beim linearen Wachstum ist Jahr für Jahr der gleiche Zuwachs zu verzeichnen. Dieses Wachstum ist noch einigermaßen vorstellbar, aber in einem begrenzten System ist diese Art Wachstum nur begrenzte Zeit durchzuhalten.
Beim exponentiellen Wachstum wächst jedes Jahr ein gleicher Prozentsatz vom Vorjahreswert hinzu. Dieses Wachstum finden wir im Geldsystem, beim Zinseszins-Effekt. Das Beispiel vom Josephspfennig verdeutlicht dies. Wenn Joseph zu Jesu Geburt einen Cent zu 5 % Zinsen angelegt hätte, so wäre dieser bis zum Jahr 2005 auf den unvorstellbaren Wert von 589 Milliarden Erdkugeln aus Gold angewachsen. Bei 5 % Zins ohne Zinseszins-Effekt wären dies gerade mal 5% mal 2005 ist 10 025 %, d.h. etwas mehr als das Hundertfache des Ausgangswertes geworden; das sind knapp über einen Euro.
Wir befinden uns heute in der widersprüchlichen Situation, dass einerseits das Geld durch Zins und Zinseszins immer mehr wird, andererseits ist immer weniger Geld vorhanden für alle Bereiche, in denen nicht die entsprechend hohen Zinsen zu erwirtschaften sind. Dort ist das Geld knapp und entsprechend wird es immer mehr zum Mass für Entscheidungen.
Ähnliche Situationen sind im AT mehrfach beschrieben. Um solche Verhältnisse mit erheblichen wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten zu ver- meiden, gab es das Sabbatjahr, in dem die Schulden erlassen werden sollten und das Erlassjahr, nach 50 Jahren, in dem die Grundstücke wieder an die ehemaligen Besitzer zurückgegeben wurden. Die Begründung war: denn das Land ist des Herrn. Es galt ein Zinsverbot für das Verleihen von Geld an Glaubensbrüder. Diese Regelungen können durchaus als Ausführungsbestimmungen des 1. Gebotes betrachtet werden.
Die Zinswirtschaft ist also keineswegs gottgegeben, sondern von Menschen gemacht und deshalb auch von Menschen veränderbar. Wenn Unternehmensführer, wie z. B. Herr Ackermann, für sich und ihre Aktionäre 20 - 25 % Eigenkapitalrendite beanspruchen, dann muss jedem klar sein, dass es nicht möglich ist die Wirtschaft von einem Jahr aufs andere um diesen Anteil zu steigern, d.h. einige wenige erhalten viel mehr als im letzten Jahr und viele erhalten gleich viel oder weniger. Die Ursache dafür ist, dass wir uns dem Zwang unterwerfen jedes Jahr mehr Zins zu zahlen an ständig steigende Kapitalvermögen. In der Vergangenheit führte dieses Verhalten stets zu einer Katastrophe, nach mehr oder weniger langer Zeit.
Es gibt keinen Grund, weshalb es diesmal anders sein sollte, es sei denn wir besinnen uns und beenden dies System der Tributzahlungen. Beispiele wie dieses gehen kann gibt es bereits.

MfG Jürgen Schilling
Schnepfendorf 3
91541 Rothenburg

Mailverkehr mit dem Büro des Herrn Dr. Beckstein zu einem Leserbrief, der sich auf eine Veranstaltung bezog.

Leserbrief an den Fränkischen Anzeiger am 19.09.2010:

Der Text wurde auch an Herrn Dr. Beckstein gesandt mit der Bitte um eine Stellungnahme.

Leider war bei der Veranstaltung nicht genügend Zeit, um Themen vertieft zu behandeln. So wäre es interessant gewesen zum Thema Staatsverschuldung noch nachzufragen. Es gibt jedes Jahr etliche Statistiken, die aufzeigen, dass die erarbeitete Gesamt-Wirtschaftsleistung mit stark zunehmender Tendenz zur Abgeltung von Zinsen und Kapitalerträgen verwendet wird. Dies ist eine Folge des Zinseszins-Effektes, der mit zunehmender Zeit die Kapitalzuwächse immer schneller steigen lässt. Sehr deutlich wird dies in der Beispielsrechnung des Josephs-Pfennigs:
Hätte Joseph zu Jesu Geburt einen Pfennig zu einer Verzinsung von 5% angelegt, so hätte es bis zum Jahr 236 gedauert, bis daraus 1 000 Mark geworden wären. Im Jahr 1466 wäre es bereits der Gegenwert einer Erdkugel aus Gold gewesen, 1749 eine Million Erdkugeln aus Gold und heute mehr als 300 Mrd. Erdkugeln aus Gold. Diese Berechnung zeigt, dass jedes Wirtschaftssystem, das auf Zins aufgebaut ist, irgendwann die Zinsen nicht mehr erwirtschaften kann. Die zwangsläufige Folge ist Inflation um den Zusammenbruch des Systems hinauszuzögern und irgendwann dann doch der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems. Die Gesamtleistung der deutschen Wirtschaft hat sich von 1950 bis 2000 auf das 40-fache erhöht. Löhne und Gehälter stiegen auf das 31-fache; Die Kapitalvermögen haben sich auf das 200-fache erhöht und jedes Jahr steigt die Summe, die als Zinsen aus der Wirtschaftsleistung abgezweigt werden müssen.
Als anschauliches Beispiel sei Herr Ackermann von der Deutschen Bank genannt. Er gab als Ziel 20 % Eigenkapitalrendite vor. Es gab keine allzugrosse Diskussion darüber, obwohl jedes Schulkind sich überlegen kan, dass es nicht möglich ist, dass alle von einem Jahr aufs andere ihre Leistung um 20 % steigern; das heisst, wenn einige 20 % und z. T. mehr wollen, dann bleibt für viele 0 % Zuwachs oder ein Rückgang, Deshalb fehlt auch immer stärker das Geld im sozialen Bereich. Leider sind weder bei uns noch anderswo Politiker bereit dieses Problem anzugehen. Es wird nur daran gearbeitet, den Zusammenbruch des Systems hinauszuzögern, damit diejenigen, die davon profitieren, noch etwas Zeit haben um ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.

MfG Jürgen Schilling
Schnepfendorf 3
91541 Rothenburg ob der Tauber

Antwortschreiben vom Büro des Herrn Dr. Beckstein am 11.10.2010:

Sehr geehrter Herr Schilling,
haben Sie vielen Dank für die an unser Büro weitergeleitete E-Mail an Herrn Dr. Beckstein vom 19. September 2010. Herr Dr. Beckstein hat Ihre sehr bildhafte Darstellung mit Interesse gelesen und mich im Anschluss daran gebeten, Ihnen zu antworten - auch wenn es nicht unbedingt üblich ist, der bereits in der Zeitung per Leserbrief veröffentlichten Meinung einer Einzelperson auf diesem Wege, dem nicht öffentlichen, zu entgegnen.
Natürlich ist das Problem der Staatsverschuldung eines der drängendsten in der Politik überhaupt. Dabei geht es freilich nicht um eine Bipolarität zwischen denjenigen, die "ihre Schäfchen ins Trockene" bringen wollen, wie Sie schreiben, und den Benachteiligten des "Systems". Diesen Dualismus zwischen "dem Volk" und "denen da droben" gibt es so, wie Sie ihn andeuten, meiner Einschätzung nach nicht. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, nachhaltige Wege zu finden, die eine Schuldenbegrenzung über den jeweiligen Haushalt hinaus ermöglichen. Diese Wege sind in Bayern beschritten worden. Welche Maßnahmen im Einzelnen im Zuge der Vorarbeiten für den Doppelhaushalt 2011/12 getroffen worden sind, kann ich Ihnen nicht erschöpfend darstellen und möchte ich auch nicht darstellen, weil ich nicht für die Bayerische Staatsregierung sprechen kann. Die Zielsetzung des in Bayern beschrittenen Weges geht aber beispielsweise aus dem unter dem folgenden Link einsehbaren Text hervor:
www.bayern.de/Finanzen
Interessant dürften für Sie auch die Informationen sein, die das Bayerische Staatsministerium der Finanzen unter der Rubrik "Haushalt" bereithält: www.stmf.bayern.de/haushalt/allgemeines/
Ganz grundsätzlich ist das Finanzministerium auch Ihr Ansprechpartner, wenn es um konkrete Fragen rund um den Staatshaushalt geht.
Ich hoffe, Ihnen mit dieser meiner E-Mail weitergeholfen zu haben, und verbleibe mit den besten Grüßen nach Mittelfranken Christian Taubenberger (Bayerische Staatskanzlei)

Antwortmail 12.10.2010

Sehr geehrter Herr Taubenberger,
vielen Dank für Ihr Schreiben.
Wie schon im Leserbrief geschildert, war es auf der Veranstaltung aus Zeitmangel nicht möglich das Thema vertieft zu behandeln. Leserbriefe sollen aber zeitnah in der Zeitung erscheinen. Die Redaktion des Fränkischen Anzeiger ist davon informiert, dass der Brief auch an Herrn Dr. Beckstein gesendet wurde und ist sicherlich bereit, Ihr Schreiben auch zu veröffentlichen. Unter folgender E-Mail Adresse ist die Redaktion zu erreichen: fa@rotabene.de.
MfG Jürgen Schilling

Antwortmail 12.10.2010

Sehr geehrter Herr Schilling,
vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Meine E-Mail ist nur an Sie gerichtet, in Bezug auf eine Veröffentlichung möchte ich nichts veranlassen. Ihnen weiter alles Gute! Beste Grüße Chr. Taubenberger


Leserbrief zum Artikel Milchpreisproblem: Bauernverband verliert Mitglieder, 26.11.09

Aus dem Zeitungsartikel wird deutlich, dass laut stellvertretendem Kreisobmann Karl Eisen vom BBV die Aufhebung der Milchquote als einzig realistische Zukunftsvision zu sehen ist. Mit der ständigen Quotenerhöhung und der ungebremsten Saldierungsmöglichkeit ist sie jetzt schon Wirklichkeit. Die Frage muss erlaubt sein: Was hat dieses "neue" System den Menschen gebracht? Ruinöse Milchpreise in Europa, die weit unter den Erzeugungskosten liegen. Von Anfang an ist dieses System ständig in Reparatur, denn anders kann man die hohen finanziellen Aufwendungen für Exporterstattungen nicht begründen. Dieses System vernichtet auch die Milchproduktion in den Entwicklungsländern und richtet hier weitaus größere Schäden an, als die Milchausbringung auf unseren Äckern. Der Weltmarktpreis hat ein Niveau erreicht, das sogar den größten Milcherzeuger Neuseelands in den Ruin trieb. Ein System, das bei einer guten Ernte die Bauern in Europa in den Bankrott treibt und in den armen Ländern immer mehr Menschen verhungern lässt, ist eine Schande für das christliche Abendland (oder gibt es das gar nicht mehr?). In Zeiten, in denen unser Finanzsystem aus den Fugen kracht und in seiner Auflösung begriffen ist, auf immer mehr Subventionen aus Brüssel zu bauen, finde ich blauäugig und verantwortungslos. Der schnelle Strukturwandel in der Landwirtschaft ist vom BBV gewollt und wird als nützlich und nötig angesehen. Für mich ist jeder Bauer, der aufhört, einer zu viel. Ist es in den Köpfen der BBV-Funktionäre eigentlich schon angekommen, was man damit in den Dörfern an ländlicher Kultur und Lebensweise zerstört? Die Superbauern von heute sind reine Agrarmaschinen geworden. Fast jeder Sonntag wird zum Werktag gemacht. Für einen Kirchgang findet kaum einer mehr Zeit. Der BBV hatte sich einmal auf die Fahnen geschrieben, für die Sicherung des Eigentums in Bauernhand einzutreten, heute sorgt er dafür, dass bei in Not geratenen Betrieben es still und unauffällig in kapitalkräftige Hände übergeht. Als ehemaliger überzeugter Kämpfer für den BBV tut es mir in der Seele weh, was aus diesem Verband geworden ist. Ich habe mir selbst noch ein Jahr Geduld verschrieben für ein Umdenken. Es müsste ein sehr großes Wunder geschehen.

Hans Schwab
Stellvertretender Ortsobmann Burgoberbach
nicht veröffentlichter Leserbrief an das BLW zu den Leserbiefen "Bei den Fakten bleiben! im LW Nr. 45 vom 6.11.09

Täglich 4000 tote Kinder, weil sie laut UNICEF nicht gestillt werden können, sondern Flaschenmilch bekommen, die nicht hygienisch einwandfrei zubereitet werden konnte, macht die Leserbriefschreiber Herrn Franz Pritscher und Herrn Korbinian Bernlochner in keinster Weise betroffen. Die sind weit weg und unsere Agrarexporte, die z. B. die Inlandsproduktion von Burkina Faso nur im Promillebereich tangiert, haben damit sicher nichts zu tun. Sie stoßen sich bei dem Leserbrief von Herrn Schilling in LW Nr. 44, den ich für eine sehr treffende Beschreibung der globalen Agrarwirtschaft halte, vor allem an den Exporterstattungen. Die durch die aktuellen Exporterstattungen exporierten 8 Millonen Tonnen Milch hätten dabei großen Schaden von der Europäischen Landwirtschaft abgewendet und Burkina Faso hat nur 260 Tonnen davon erhalten. Weitere 7999740 Tonnen Milch sind aber auch irgendwo gelandet und bei genauem hinsehen ließen sich doch gewisse Auswirkungen dieser Überschußmilch erkennen und wenn es die Gewinne der Exportfirmen sind.
Die schlechte Ernährungssituation in Hungergebieten ist oft verursacht durch Krieg und dem fehlenden Zugang der Bevölkerung zu den Produktionsfaktoren für Nahrungsmittel. Hier gilt es zu helfen. Nahrungsmittelüberschüsse der EU sind mit Ausnahme bei Katastophen dazu nicht geeignet. Der Hinweis von Roland Metzger beim Einkaufen auf gerechte Preise zu achten, sehe ich als gute Möglichkeit an, wo jeder einzelne einen positiven Einfluß ausüben kann.

Mit freundlichen Grüßen
Karl Dollinger, Offenbau, Thalmässing
Leserbrief zum zum Thema Milchstreik, Oktober 09, BLW

Wir Milchbauern in Europa erzeugen mit Futter, das nicht auf unseren Feldern und Wiesen wächst, sondern vom Ausland eingeführt wird, Milch, die in Europa nicht gebraucht wird. Die überschüssige Milch wird mit Steuergeldern, die noch nicht eingenommen sind, verbilligt, damit sie in anderen Ländern billiger als die einheimische Produktion abgegeben werden kann und die dortigen Bauern in wirtschaftliche Bedrängnis bringt.
Laut UNICEF sterben 1,5 Millionen Kinder im Jahr, mehr als 4 000 pro Tag, weil sie nicht gestillt werden, sondern Flaschenmilch erhalten, die oft nicht mit der nötigen Hygiene zubereitet werden kann.
Früher hieß es: Nicht IN, sondern AN der Landwirtschaft ist das Geld verdient.
Sind unsere Politiker und Verbandsfunktionäre nicht willens oder nicht fähig dieses zu ändern???

Jürgen Schilling, Schnepfendorf, Rothenburg o. T.
Leserbrief zum zum Thema Milchstreik, 23.09.09

Ja, es ist schlimm, wenn Bauern Tausende von Litern Milch wegkippen.
Aber: In Europa werden nach Aussagen von Fachleuten 30% der verzehrsfähigen Lebensmittel weggeworfen, in den USA sogar 50%; jeden Tag, ganz normal ohne Skandal. Wer von den Leserbriefschreibern macht sich darüber Gedanken und regt sich darüber auf?
Ich lade alle Leserbriefschreiber ein, für eine Woche bei mir oder einem anderen Milchbauern den Arbeitsalltag mitzuerleben. Vielleicht können Sie dann nachvollziehen, was es für einen Bauern bedeutet, Milch wegzuschütten. Es ist dies ein Aufschrei: Wenn Euch die Mich nichts wert ist, dann kippen wir sie selber weg.
Nach dem letzten Milchstreik gab es eine Übereinkunft mit der Zusage, eine Mengenregelung unter Mitverantwortung der Bauern zu schaffen. Die Bauern wurden schmählich betrogen. Sobald der Preis anstieg, wurde das Milchlieferrecht erhöht. Jetzt heisst es, die erzeugte Menge ist zu hoch, deshalb ist der Preis schlecht. 90% der Bauern sind bereit, ihre Milchmenge den Erfordernissen des Marktes anzupassen. Eine kleine Gruppe von 5 - 10% produziert ohne Rücksicht und ruiniert damit den Markt.
Der Ernährungsindustrie ist dies gerade recht, denn so kann sie, durch Exportsubventionen unterstützt, auch in anderen Ländern die Milchpreise drücken und sich neue Märkte schaffen zu Lasten der dortigen Bauern.
Möglich ist diese Überproduktion aber nur durch die massive Einfuhr von Futtermitteln.
Wenn es jetzt nicht gelingt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Milchbauern ein Auskommen ermöglichen, werden wir nach dem Auslaufen der Milchquote noch 10 - 20 % der Milchviehbetriebe haben mit allen Folgen einer dann industrialisierten Landwirtschaft.

Jürgen Schilling, Schnepfendorf 3, 91541 Rothenburg o. T.
Leserbrief zum Milchlieferstopp Frankreich, 21.09.09

Vor einer Woche haben die französichen Milchbauern unter dem Eiffelturm für ihr Land einen Milchlieferstopp ausgerufen. Sie machen damit auf die existenzvernichtenden Bedingungen für die landwirtschaftlichen Betriebe in Europa aufmerksam. Wenn die EU-Agrarpolitik keinen Richtungswechsel einschlägt, werden europaweit bei Milchauszahlungspreisen unter 25 Cent in einem Großteil der milchproduzierenden Bauernhöfe in naher Zukunft die Lichter für immer ausgehen. Für die vorerst noch Übrigbleibenden wird die Verschuldung, Arbeitsbelastung und die Abhängigkeit rapide zunehmen. Die Solidarität der Bauern in weiteren EU Ländern ist erforderlich.
Ich habe mich diesem europäischen Geschehen angeschlossen. Alle Bauern im Landkreis wissen von den Aktivitäten. Es kann trotzdem sein, dass sich die Mehrheit von ihnen passiv verhält und nichts erreicht wird. Für mich ist klar, dass unser Einsatz dann beendet wird.
Ein neues Engagement in diesem Umfang wird es nicht mehr geben und es braucht auch nie ein Bauer bei mir über nicht überlebensfähige Milchpreise jammern!

Halboth Karl Heinz, Binsenweiler 4 Dombühl
Leserbrief Ende August 2009

Respekt vor BBV Kreisobmann Leo Seitz für seine Worte beim Kreisobmännertag des Bayrischen Bauernverbandes.Wir haben im Kreisverband Ansbach vor unserem Austritt aus dem BBV oft versucht, unsere Bedenken bezüglich der Liberalisierung der Agrarmärkte darzulegen.- Nutzlos! Auch bei den allermeisten Politikern interessiert dies nicht im Geringsten. Die Probleme werden geschickt verdeckt (Liquiditätshilfen) und ausgesessen. Die Vernichtung bäuerlicher lebensmittelproduzierender Betriebe hier in unseren Dörfern geschieht ungebrochen und derzeit sogar verschärft und im vollen Bewusstsein der regierenden Parteien und des Deutschen Bauernverbandes. Das Tal der Tränen wurde zum Grand Canyon und das "soft landing" zur Bruchlandung. Ohne eine Bündelung aller Milcherzeuger und der Reduzierung der Milchmenge (verpflichtend für alle!), wird sich an Butterbergen, Milchseen und Exportsubventionen (alles Steuerzahler finanziert) nichts ändern Wer denkt, unsere Volksvertreter werden sich schon um eine vernünftige Agrar- und Lebensmittelpolitik kümmern, erinnert sich vielleicht an Analogkäse, Schinkenimitat und Genfood. Die Politiker überlassen das Feld den globalen Konzernen des Nahrungsmittel- und Agrobuisness. Diese werden ihre Interessen durchsetzen, die Industrialisierung der Landwirtschaft erreicht ein immer höheres Tempo.

Isabella Hirsch, Heilbronn 31, 91555 Feuchtwangen
Leserbrief "Späte Einsicht?!", Juli 2009

Er bezieht sich auf den Artikel "Dranbleiben an neuen Energien" in der FLZ vom 11/12.7.09 im Teil Landkreis Ansbach.

In dem Artikel konnte ich mit Erstaunen und Wohlwollen lesen , daß der neue Kreisvorsitzende der CSU, Herr Jan Helmer , einen Dialog mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter für nötig hält!
Meine Versuche als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter hier im Lkr. Ansbach in den letzten beiden Jahren diesen Dialog mit Hilfe unseres Landrates Herrn Schwemmbauer in Gang zu bringen, waren bisher nämlich ergebnislos. Meine Bitte, ein Gespräch mit der Kreisvorstandschaft und der Fraktionsspitze der CSU im Kreistag zustande zu bringen, ist bis jetzt ohne Ergebnis geblieben. Weiter habe ich vor der Landtagswahl im September 2008 in einem Brief an unserem Stimmkreisabgeordneten Herrn Breitschwert unter anderen auch diesen Sachverhalt der Ignoranz angeprangert. Sein Antwortschreiben war ein Standardbrief in dem er darauf verwiesen hat, das „landwirtschaftliche Angelegenheiten" vom damaligen Abgeordneten Ströbel übernommen würden. Eine löbliche Ausnahme ist da MDB Josef Göppel. Er steht mit der Kreisvorstandschaft im ständigen Kontakt.
Ich wünsch mir nun, dass Herr Helmer schnell den Dialog mit uns sucht. Auf vielen Höfen brennt es lichterloh und es ist schnelle Hilfe nötig.
Wir waren und sind jederzeit gesprächsbereit!

Hans Hirsch, Stettberg 16, 91608 Geslau
Vorstandsmitglied BDM Kreis Ansbach
Leserbrief zum Thema Milch, Juni 2009

Es heißt immer, die Milchquote wird 2015 abgeschafft, dies wäre bereits beschlossene Sache.
Tatsache aber ist folgender Wortlaut des Beschlusses vom Health Check am 20.Nov.08:
Die Milchquote wird in den Jahren 2009 bis 2013 um 1% jährlich angehoben. Die Kommission wird jedoch vor Dezember 2010 sowie Dezember 2012 dem Rat und Eu-Parlament Berichte vorlegen. Auf dieser Grundlage kann der Ausstiegspfad bestätigt oder eine Aussetzung oder Umkehrung beschlossen werden.

Das heißt, es schaut so aus, dass die Quote 2015 ausläuft, aber die Politik hält sich alle Türen offen, mit der Option die Milchquote auch wieder zu verlängern.
Einen Ausstiegsbeschluss gibt es in der EU nur in Deutschland vom Deutschen Bauernverband, welcher nicht die Interessen der Milcherzeuger vertritt.
Ein Beispiel aus meinen Landkreis: Im Frühjahr 2007 haben sich die Ortsobmänner des BBV-Kreisverband Ansbach gegen die Verlängerung der Quote ausgesprochen. Eine Umfrage im Sommer 2007 aller Milcherzeuger der Ansbacher Molkerei hat gezeigt, dass 84% der Milcherzeuger für eine Weiterführung der Milchquote sind. Alle Umfragen, die es unter den Milcherzeugern in Deutschland gegeben hat, haben mehrheitlich für die Beibehaltung der Mengensteuerung gestimmt.

Wenn wir die Milchmenge nicht reduzieren, kommt es zu einem Strukturbruch und es werden jährlich 20 – 30 % der Milcherzeuger ihre Höfe aufgeben müssen.

Karl Meyer, Winkel 12, 91572 Bechhofen

Leserbrief: Das zwiespältige Gesicht des Deutschen Bauernverbandes, Juni 2009

Mit großem Befremden nahm ich die Äußerung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, zur Kenntnis, dass er die Bemühungen zur Reduzierung der Milchanlieferungsmenge nicht unterstütze. Wenn es eine unumstößliche Marktregel gibt, dann ist es diese: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Ganz gut in dieses Konzept passt, dass die Führungsspitze des DBV einem Herrn Isermeyer applaudiert, der ungeniert sehr niedrige Milchpreise als notwendig erachtet um schnellstmöglich große Strukturen (große Betriebe) zu schaffen und ein Massensterben der Bauern als „Lösung“ betrachtet.
Die Führungsspitze des DBV will uns Bauern den absolut freien Markt verordnen. Einen Markt, bei dem es kein Gleichgewicht der Kräfte gibt. Einigen großen Abnehmern wie Aldi und Lidl stehen Hunderte von Molkereien und viele tausend Bauern gegenüber. Ein paar große Goliats und viele kleine Davids. Wenn man ihnen die Möglichkeit der Mengensteuerung nimmt, nimmt man diesen Davids ihre letzte verbliebene Waffe, ihre Steinschleuder. Genau diese freien Märkte haben im Finanzsystem kolossal versagt und man hat händeringend den Staat um Hilfe gebeten. Hier hörte man keine Einsprüche von Herrn Sonnleitner gegen die staatlichen Rettungsschirme, denn ein Nichteingreifen hätte auch ihn zu einem armen Mann gemacht.
Die Spitze des DBV agiert selbstherrlich. Man hat sich von der Basis weitgehend abgekoppelt. Nur wenige Bauern tragen diesen Kurs mit. Das Demonstrieren vor Supermärkten ist ein reiner Ablenkungsversuch und hat in der Vergangenheit nichts bewirkt, wird in der Zukunft nichts bewirken und kann auch nichts bewirken. Es ist einfach absurd, höhere Preise von den Discountern zu fordern, wenn sich gleichzeitig die Molkereien gegenseitig unterbieten, weil sie nicht mehr wissen, wie sie die Milch unterbringen sollen.
Als Betroffener fragt man sich, wie ein solches Verhalten des DBV zu erklären ist. Hier ein Erklärungsversuch von mir, der wenig schmeichelhaft ist.
Zwischen dem Deutschen Bauernverband und der CDU/CSU gibt es enge Verflechtungen und Seilschaften. Durch superbillige Lebensmittel will man die Krise abmildern und die Verbraucher bei Laune halten. Soweit die politische Seite. In der internationalen Finanzwelt sucht man händeringend nach wertbeständigen Anlagemöglichkeiten, da die massenhaft gedruckten Geldscheine keinen wirklichen Wert mehr darstellen. Grund und Boden, ebenso wie andere landwirtschaftliche Liegenschaften gehören zu den sichersten Anlagen und sind somit heiß begehrt. Weltweit hat das Landgrapping (grapschen nach Land) riesige Dimensionen erreicht. Hier stellt sich die Frage, wie kommt ein Investor in großem Stil an landwirtschaftliche Flächen in Europa. Ganz einfach, man muss die Bauern nur in sehr große finanzielle Bedrängnis bringen, um sie dann „retten“ zu dürfen. Durch geeignete Mittel versucht man dann, (wie diese aussehen, überlasse ich jedem seiner Phantasie) starken Einfluss auf den Deutschen Bauernverband zu nehmen, um so die Politik zu bestimmen, die zum gewünschten Erfolg führt. Ich finde es äußerst scheinheilig so zu tun, als wären die Probleme am Milchmarkt nicht lösbar. Wenn die Milchquote um 5% reduziert und die Saldierung nicht mehr zugelassen werden würde, hätten wir in kürzester Zeit einen um zehn Cent höheren Milchpreis. Es liegt nur am Wollen der Verantwortlichen.
Warnen möchte ich all diejenigen Berufskollegen, die das massenhafte Sterben der Bauern als ihre große Chance sehen und sich somit schnell zum Großbetrieb hoch katapultieren wollen. Gier und Größenwahn haben selten Bestand. Die Industrie gibt genug Beispiele dafür. Ich möchte hier nur drei erwähnen: Schäffler wäre ohne Conti nicht in Existenznot; Daimler wäre glücklicher gewesen, wenn es Chrysler nie gesehen hätte und nun hat sich auch noch Porsche an VW verschluckt.

Wenn diese Politik so fortgesetzt wird, wird es mittelfristig ganz viele Verlierer und nur ein paar wenige Gewinner geben und das werden keine Bauern und auch nicht die Verbraucher sein. Ich fordere hiermit alle verantwortlichen Kräfte auf, eine neue verantwortungsvolle Politik zu machen, damit Deutschland auch weiterhin regierbar bleibt.

Hans Schwab, Sommersdorf 10, 91595 Burgoberbach
Unsere Leserbriefaktion an die Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Die folgenden sieben Leserbriefe aus dem Raum Ansbach wurden gemeinsam mit Leserbriefen aus anderen Landkreisen bei der NN im Internet veröffentlicht. Gedruckt wurden leider nicht alle (NN am 20.06.09).


Unsere Leserbriefaktion an die Nürnberger Nachrichten Juni 2009

In Frankreich haben sie vor Wochen den Milchpreis auf 21 Cent zurückgenommen. Die französischen Milchbauern lassen sich das nicht gefallen. Sie schütten Molkereien mit Mist und Gülle zu. Blockieren Milchautos, holen aus den Regalen die Milchprodukte raus - damit sie nicht verramscht werden können. In Deutschland liest man in Fach- und Tagespresse kein Wort darüber - ja warum nur? Nur im Internet erfährt man etwas darüber. Jetzt haben sie den Milchpreis um sieben Cent angehoben. Die Bauern geben sich noch nicht damit zufrieden (mit Recht). Weiter so Kollegen!

Claudia Abel, Windsbach, 16.06.2009, veröffentlicht in der NN
Unsere Leserbriefaktion an die Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Unser DBV lässt keine Möglichkeit ungenutzt - vom Präsidenten bis runter zu seinen hörigen Ortsobmännern und Ortsbäuerinnen, Geschäftsstellenmitarbeiter eingeschlossen - das Milchboard und den BDM zugrunde zu reden. Schön und gut! An all die Überzeugten nun die Aufforderung von mir: Begründet eure Aussagen! Und macht keinen Hehl daraus, dass es nach «unserer Quote« eine «andere Quote« (Molkereiquote) - aber leider nicht zum Wohl von uns Bauern - geben wird! Sie liegt ja schon ausgearbeitet in den Schubläden.

Wir warten auf Antworten.

Rosi Heckel, Mitteleschenbach, 16.06.2009
Unsere Leserbriefaktion an die Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Warum kämpft der DBV so gegen das Milchboard? (Eine Organisation zur optimalen Verwertung der Milch, Anm. d. Red.) Weil er Angst hat die Macht über uns Bauern zu verlieren, dann wäre er auch für die Milchindustrie nicht mehr von (gut gesponserter) Bedeutung. Wenn wir Bauern es schaffen, uns zu bündeln, sind wir plötzlich ein ebenbürtiger Mitverhandlungspartner beim Milchpreis. Es wird doch hoffentlich kein Bauer mehr denken, dass uns irgendjemand aus dem Elend hilft - wenn - nicht wir selbst.

Maria Heubusch, Wolframs-Eschenbach, 16.06.2009, veröffentlicht in der NN
Leserbriefaktion Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Wir Deutschen sind die größten Überlieferer in der EU! Warum ist die Politik nicht bereit, die Saldierung auf Null zu setzen und die Quote dem Bedarf anzupassen? Es kostet den Staat kein Geld und wir Bauern hätten wie bisher unser Auskommen. Man braucht sich nicht zu wundern, wenn Frau Aigner in Brüssel nur belächelt wird, wenn sie fünf Prozent Quotenrücknahme verlangt. Frau Fischer-Boel sagte vor Wochen: «Bringt ihr Deutschen erst mal euren Milchmarkt in Ordnung. Seid ihr Politiker für das Wohl des Volkes gewählt oder gibt man sein Gewissen bei der Übergabe des Parteibuches ab?«

Katrin Röger, Heilsbronn, 16.06.2009
Leserbriefaktion Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Was zurzeit Politik, DBV und Molkereien mit uns machen, schreit zum Himmel. Jeder Milchbauer muss doch jetzt erkennen, dass sich alle nur auf unsere Kosten bedienen. Die Wertschöpfung unserer harten Arbeit liegt schon lange nicht mehr bei uns. Solange wir stumm verharren, wird sich daran leider nichts ändern! Und wenn wir alle dabei zugrunde gehen. Hoch lebe die Agrarindustrie!

Elfriede Walz, Büchenbach, 16.06.2009
Leserbriefaktion Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Werden billige Michprodukte stärker nachgefragt? In der Debatte über die Milchkrise wird als Ursache für den Mengenüberschuß häufig genannt, dass durch die hohen Milchpreise im letzten Jahr der Absatz stark eingebrochen sei!
Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtet aktuell, dass in den ersten vier Monaten des Jahres 2009 die konsumierte Milchmenge beim Discounter Aldi, den SB-Warenhäusern und den Supermärkten im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 2,3 bis 6,5 Prozent zurückgegangen ist.
Eigentlich hätte der Absatz nach dem Preissturz bei Milchprodukten kräftig ansteigen müssen! Demzufolge ist der einzige Weg aus der Milchkrise die Anpassung des Angebots an die Nachfrage, sprich eine flexible Mengensteuerung. Und dafür kämpfen im Moment ein Großteil der deutschen und europäischen Milchbauern!

Hans Hirsch, Geslau, 12.06.2009
Leserbriefaktion Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Warum wird der Spritpreis zu Ferienbeginn zeitgleich überall angehoben? Warum schwanken die Preise für Milchprodukte in den Läden auch alle gleichzeitig? Weil die Anbieter sich bündeln!
Wenn wir Milchbauern uns bündeln, können wir unsere Position gegenüber der Milchindustrie gewaltig stärken! Es ist allerdings schwer, mehr als zwei Bauern unter einen Hut zu bringen. Als einzige Möglichkeit sehe ich im Augenblick das Milchboard. Wer sich genauer darüber informiert, merkt: es ist verbandsunabhängig, birgt kein Risiko und kostet uns fast nichts, aber es birgt eine Marktmacht in sich, gegen die sich die Milchindustrie jetzt schon wehrt. Das Milchboard ist die Schleuder, mit der wir Milch-Davids gegen Industrie-Goliaths kämpfen.

Doris Haspel, Colmberg, 12.06.2009, veröffentlicht in der NN
Leserbriefaktion Nürnberger Nachrichten Juni 2009

Noch nie haben in der Landwirtschaft so viele den Verrat so weniger so teuer bezahlt. Nun ist es endlich von Oberbauernführer Sonnleitner verkündet: Die Milchbauern müssen sich dem Markt stellen und jegliche Mengenregelung ist abzulehnen.
Ausgerechnet in einer Zeit, in der alle Welt nach Grenzen und Regeln für Märkte ruft. Während Bauernverbandsfunktionäre auf Kreisebene fleißig Alibidemonstrationen mit Traktoren etc. organisieren, muss jedem denkenden Menschen spätestens jetzt klar werden, dass dieser Verband längst von Politik, Kreditgebern und Industrie unterwandert ist. Größere Betriebe, Wachstumsbetriebe sind nun mal abhängiger und damit leichter auszubeuten und manipulierbarer.
Wer muss sich als nächster dem Markt stellen? Vielleicht Biogasbetriebe? Atomstrom gibt’s schließlich auch für einen Cent je Kilowattstunde! Wer als Bauer einen Rest an Stolz hat, folgt meinem und dem Beispiel vieler anderer, nimmt einige kleinere Unannehmlichkeiten auf sich, und tritt aus diesem Verband, der längst nicht mehr unserer ist, aus.

Hans F. Merk, Lehrberg, 19.05.2009, veröffentlicht in der NN
Leserbrief zum Thema: Landwirtschaft und Ernährung, an das Bay. Landw. wochenblatt Mai 2009

Lasst uns mal einen Blick in die Zukunft werfen:

2010: Zusammenschluss großer Molkereien im Norden, um auf "Augenhöhe" zu verhandeln.
2011: Zusammenschluss großer Molkereien im Süden und Osten für "Augenhöhe".
2012: Umwandlung der Großmolkereien in Aktiengesellschaften, um Kapital zu beschaffen!
2013: Aldi-Süd steigt als Kapitalgeber in Großmolkereien ein (Aktienkauf).
2014: Aldi-Nord als Hauptanteilseigner bei Großmolkerei gibt erste Lieferverträge aus.
2015: Mit Auslaufen der Milchquote gelten ab sofort die bestehenden Lieferverträge. Aldi-Süd baut erste Großanlage für Milchproduktion in den neuen Bundesländern (10.000 Kühe).
2016: Aldi-Nord kündigt 3000 Milchbauern trotz bestehender Verträge und kürzt den restlichen Bauern die Verträge um 50 Prozent.
2017: 70 Prozent der in Deutschland produzierten ilch werden von zwei Großmolkereien verarbeitet.
2018: Der Milchpreis im Laden steigt mittlerweile auf 2€.
2019: Den letzten Landwirten werden die Verträge gekündigt, Großanlagen übernehmen die Produktion. Der Preis steigt im Laden auf 3€.

Namen und Jahreszahlen sind austauschbar, Politiker und Verbandsfunktionäre, wenn Ihr dies Szenario wollt, und genau dies verfolgt derzeit der politische Wille nach wie vor, dann sagt es auch dem Verbraucher, vor der Wahl! Nur die Milchquote wird die Industrie zwingen, keine Milch zu produzieren und damit Bauernhöfe und auch die Landschaft zu erhalten.

Claudia Abel, Leipersloh 6, 91575 Windsbach


Leserbrief zum Thema: Aktueller Milchpreis und Milchmarktpolitik, 18.05.09

„Was hat Opel, was ich nicht habe?“

so lautet der Slogan auf einem Pappschild, das sich eine Milchbäuerin um den Hals gehängt hat, die eine Woche lang zusammen mit mehreren hundert ihrer Berufskolleginnen in der Nähe des Bundeskanzleramtes in Berlin campiert hat. Die Aktion ist kein Spaß. Die Milchbäuerinnen haben weiß Gott Besseres zu tun, als sich aus Vergnügen vor das Bundeskanzleramt zu setzen. Warum sind sie hier? Aus Verzweiflung, aus Angst um ihre Existenz, ihre Höfe, ihre Zukunft. Viel steht für sie auf dem Spiel. Schuld an allem Übel: der aktuelle Milchpreis, der weit unter den Produktionskosten liegt. „Wir arbeiten jeden Tag von morgens bis abends, melken und versorgen unsere Tiere und am Ende des Monats legen wir noch was drauf, um unsere Rechnungen bezahlen zu können. Wir leben von der Substanz. Lange halten wir das nicht mehr durch!“ so die einstimmige Botschaft der Frauen.
Sie haben sich in Berlin eingefunden, um unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Sie wollen mit ihr sprechen, ihr die aktuelle existenzbedrohende Situation auf den Bauernhöfen schildern. Und sie wollen erklären, wie die Politik ihnen helfen könnte, aus eigener Kraft aus dieser Misere herauszukommen. Ja, aus eigener Kraft mit Unterstützung der Politik. Die Vorschläge der Bäuerinnen sind keineswegs überzogen oder verachtenswert. Sie wollen keine Staatshilfen in Milliardenhöhe, kein kostenschweres Konjunkturpaket. Sie wollen auch keine weiteren Interventionshilfen, Exporterstattungen, vorgezogene Prämienauszahlungen, Kreditzuschüsse oder dergleichen. Sie wollen der Kanzlerin zeigen, welches wirksame Mittel es für die Anhebung des Milchpreises gibt. Das Zauberwort heißt europaweite, flexible Mengensteuerung. Das Instrument dafür gibt es bereits seit 25 Jahren: die Milchquotentregelung. Sie bestimmt, wie viel Milch jeder einzelne Landwirt produzieren darf. Doch diese Milchquote wird seit einiger Zeit immer weiter aufgestockt, mit dem Ziel, sie wertlos zu machen. In Europa wird infolgedessen weit über den Bedarf hinaus Milch produziert, was die Preise für dieses hochwertige Lebensmittel immer weiter sinken lässt. Im Jahr 2015 soll die Quote sogar ganz wegfallen und die Landwirte müssten sich dem freien Markt stellen.
Ganz anders sähe es aus, wenn die Milchquote beibehalten und flexibel an den jeweils aktuellen Bedarf an Milch angepasst werden würde, und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Dafür kämpfen die Bäuerinnen. Diesen Lösungsansatz wollen sie Angela Merkel und ihren Ministerinnen und Ministern vorstellen, damit diese einen Milchkrisengipfel einberufen und die Interessen der Bauern in Brüssel, wo die europäische Agrarpolitik gemacht wird, vertreten.
Doch wie ergeht es den Milchbäuerinnen mit ihren Forderungen in Berlin? Rührend ist die große Solidarität der Berliner Bevölkerung. Immer wieder kommen Berliner Bürger, versorgen die Bäuerinnen und haben ein offenes Ohr für die Anliegen der Frauen. Auch bestimmte Naturschutzorganisationen stellen sich auf die Seite der Bäuerinnen und unterstützen deren Forderungen. Ganz anders verhält sich der deutsche Bauernverband. Statt die Interessen seiner eigenen Mitglieder zu vertreten, distanziert sich die Spitze des deutschen Bauernverbandes öffentlich von der Aktion der Bäuerinnen. Und was macht Frau Merkel? Sie ignoriert die tapfer ausharrenden Frauen, ist nicht zu einem Gespräch bereit. Stattdessen versucht man, die Bäuerinnen mit allen Mitteln zu vertreiben, sogar mit unangekündigt angeschalteten Beregnungsanlagen. Ist das der Stellenwert, den die Landwirtschaft heute hat? Behandelt man so Menschen, die tagtäglich hart arbeiten, um die gesamte Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen? Ich für meinen Teil habe große Hochachtung vor dem Einsatz der Bäuerinnen und absolut kein Verständnis für die Ignoranz von Frau Merkel und Co.

Simone Lingmann, Haag 2, 91564 Neuendettelsau, Tel: 09874/1367


Leserbrief: "Generalversammlung" 09.04.2009

Leserbrief Generalversammlung (pdf)


Leserbrief Thema Landwirtschaft Flz Nbg im Mai 2009

Vor gut einem Jahr gab es noch 43 Cent pro Liter Milch für die Bauern. Jetzt verkauft Aldi und seine Kollegen den Liter für 42 Cent im Laden. In Niedersachsen zahlt die erste Molkerei 16 Cent an die Lieferanten. Weit weg denken sich die Bayern, leider gefehlt – auch hier gibt es Molkereien mit einem Auszahlungspreis von 18 Cent und weitere werden folgen.
Die Argumentation, dass wir Milchbauern ohne eine wirksame Mengensteuerung bald wieder kostendeckende Milchpreise sehen werden, sortiere ich in den Bereich Märchen und Fabeln ein.
Wer jetzt immer noch an die Selbstheilungskräfte des freien Marktes glaubt und Hoffnungen erweckt, der wird es entweder nie verstehen, oder er hat ein Interesse, die Milchproduktion zukünftig in die Regie der Lebensmittelkonzerne abzugeben.
Dort reibt man sich schon die Hände, wenn man die insolventen Milchbauern gnädig übernehmen kann. Molkereikonzerne und Lebensmittelkonzerne, deren Produkte uns täglich überall hier anlächeln, zeigen uns wie es geht. In Nordafrika bzw. in Südamerika bauten sie eigene, riesige Milchviehställe und beschäftigen dort jederzeit austauschbare Billigmelker.
Die Industrie als Neueinsteiger hat jetzt die Chance, auch in Deutschland die Produktion an sich zu reißen. Die Liquiditätsengpässe mit nachfolgendem Bankrott der Betriebe wird es für sie erreichbar machen. Helfershelfer dazu gibt es genug.
Natürlich wird auch schon mittelbar versucht, den Milchbauern, die von ihren Banken nicht mehr genügend Mittel erhalten, durch Konzernkredite "zu helfen".
Defakto stellt sich dann schon aktuell die Frage, wem dann der Produktionsbetrieb derzeit gehört.
Setzen sich die Prognosen durch, und derzeit sieht es eindeutig so aus, sehe ich keine Lösung, sondern erwarte ein Bauernsterben im Milchsektor ohne Beispiel. Für den Verbraucher ändert sich zunächst nicht viel. Das was auf der Pizza ist, ist immer noch gelb und zieht sich und da wo Milch draufsteht wird auch etwas weißes Flüssiges drin sein. Wenn sich die Mehrzahl der Milchproduktion in Investorenhände der Agroindustrie befindet, wird sich allerdings Billigpreis und Qualität verabschieden.
Guten Appetit.

Isabella Hirsch
Heilbronn 31
91555 Feuchtwangen


Leserbrief zum Artikel: MDB Göppel im Gespräch mit ASA in Obermichelbach FLZ 4.5.09

Die letzte Woche getätigten Abschlüsse des LEH mit den Molkereien gingen um mehrere Cent nach unten. Folglich wird auch der Milchauszahlungspreis für die nächsten Monate weiter nach unten gehen. Unter zwanzig Cent werden nur die Betriebe nicht erleben ,die bereits vorher ins „Gras gebissen" haben. Bauernhöfe werden „gesund geschrumpft“ und mit Ihnen ein großer Teil des vor und nachgelagerten Gewerbes. Auch die Überlebenden der Krise werden um einen beträchtlichen Teil Ihres Eigenkapitals erleichtert sein - ich würde auch sagen, gezielt enteignet, um anschließend als unorganisierte Bauern wieder vor dem gleichen Dilemma mit der Macht der Konzerne auf Verarbeitungs- und Handelsebene zu kämpfen. Für Verbraucher gibt’s noch mehr ESL Milch und Analogkäse. Leider gibt es immer noch Milcherzeugerkollegen, die ausschließlich ihre einzelbetriebliche Sichtweise sehen und dem neoliberalen Markt huldigen oder auf Exportsteigerung warten.. Herr Göppel erkannte ganz klar, Zitat: "Ohne Marktregulierung geht es nicht, als Instrument eignet sich das Europäische Milchboard mit einem politischen Rahmen“.

Isabella Hirsch
Heilbronn 31
91555 Feuchtwangen


Leserbrief zum Artikel: MON810: Milch bleibt Milch, BLW 18 v. 01.05.09

Dieser Leserbrief geht an das Bayer. Landwirtschaftl. Wochenblatt und nimmt Bezug auf den Fütterungsversuch der TU München-Weihenstephan, der ja bekannterweise zum Ergebnis hat,dass bei GVO-Fütterung Milch und Tiergesundheit völlig unbeeinträchtigt sein sollen...

Milch bleibt Milch - diese einfache Aussage steht über dem Bericht über den Fütterungsversuch mit Bt-Mais der TU München in Weihenstephan. Genauso richtig wie diese Aussage ist jedoch auch: Milch ist nicht gleich Milch. In dem Artikel wurde festgestellt: Der Großteil der Milch wurde entsorgt. Warum nur? Auch sonst bleiben etliche Fragen offen: Abgesehen von der Unlogik, dass genveränderte Pflanzen als gleichwertig gelten, wenn es um Zulassung geht, jedoch als neuartige Erfindung, wenn es um Patentrechte geht, sind in der Nährstoffzusammensetzung doch Unterschiede festzustellen. Beim Rohproteingehalt liegt der Bt-Mais als Silomais um 5 % vorne, beim umsetzbaren Rohprotein sind beide Varianten genau gleich. Beim Rohfasergehalt im Silomais liegt die herkömmliche Spezies vorne mit 176 g/kg zu 190 g/kg; bei den Maiscobs dreht sich das Verhältnis um auf 170 g/kg zu 164 g/kg. Sind dies Messtoleranzen oder reagiert der BT-Mais anders auf Erhitzung?
Laut Abschlußbericht wurden der Futterration jeweils 41 % Körnermais zugesetzt, "um möglichst hohe Bt-Mengen in der Fütterung unterzubringen". Auf der Internetseite der TUM-Weihenstephan kann man aber nachlesen, daß der Bt-Gehalt in Maiscobs auf 31% des Ausgangswertes absinkt, beim Körnermais sogar auf nur 20 %. Durch Silierung baut sich das Bt-Protein im Laufe der Zeit ab. Es wäre also interessant zu wissen wie lange der Silomais gelagert war.
Die angegebenen 5,3 mg Bt-Protein sind schon in 1 kg Frischmais enthalten. Es gibt übrigens Berichte aus den USA, wonach sich Rinder weigern, den Bt-Mais in grünem Zustand zu fressen, solange sie eine andere Möglichkeit haben.
Nachdenkenswert ist auch die Tatsache, daß als Eiweißkomponenten Raps und Harnstoff gewählt wurden. Weshalb wurde hier nicht die praxisnahe Lösung mit (Gen-)Soja gewählt??
Der Milchharnstoffgehalt wurde mit 16,7 bzw. 18 mg/100ml am untersten Ende des empfohlenen Bereichs eingestellt. Das entspricht zwar nicht dem Praxisdurchschnitt, entlastet aber den Organismus der Kühe. Trotzdem wurden von ursprünglich 18 Tieren je Gruppe die Hälfte ausgetauscht. Zu Beginn des Versuchs waren die Kühe im Schnitt in der zweiten Laktation, hatten also gute Aussichten, den Versuch zu überleben. Trotzdem wurden zwei mal neun , also 18 Kühe ausgemustert, dabei spielten "haltungsbedingte Schwachstellen" eine Rolle. Welche Aussagekraft hat diese Studie noch, wenn die Hälfte der Tiere aus nicht fütterungsbedingten Gründen herausgenommen werden, bevor eventuelle Probleme aus der Fütterung mit Genmais zum Tragen kommen? Von den ausgetauschten Tieren wurden fünf noch während der Versuchszeit geschlachtet. Weshalb wurden die restlichen dreizehn nicht einfach dabeigelassen? Gibt es Auswertungen zu den im Versuch geborenen Kälbern?

Zum Übergang von DNA aus Futter in den Organismus gibt es etliche Untersuchungen, vor allem mit nicht genveränderten Pflanzen, wobei ein solcher Übergang eindeutig nachgewiesen ist. Auch in Weihenstephan wurde schon früher auf Veranlassung der Landesvereinigung Milch und Milcherzeugnisse Hessen der Übergang von DNA aus Gensoja und Genmais in die Milch eindeutig festgestellt. Beim aktuellen Versuch wurden jedoch die "Grenzwerte" erhöht - statt 92 Basenpaare und 10 Kopien waren es 206 Basenpaare und 100 Kopien, die als Nachweisgrenze galten.

Auch nach dieser Studie sehe ich nicht, wie die genveränderten Pflanzen die Versprechen ihrer "Schöpfer" einlösen können. Der Verbrauch an Chemie beim GVO-Anbau steigt nachweislich . Die Ertragssteigerungen lassen auf sich warten. Regelmäßig haben herkömmliche Züchter bessere Erfolge bei der Zucht, z.B auf trockenheitstolerante Sorten. Der Hunger in Ländern mit großflächigem GVO-Anbau nimmt nicht ab, sondern zu, und immer mehr Bauern lehnen die Gentechnik ab. Auch das US-Landwirtschaftsministerium sieht die US-Landwirtschaft von ausländischen GVO bedroht; auch könnten sie die Gesundheit der US-Bürger beeinträchtigen und die Umwelt schädigen.

Jürgen Schilling
Schnepfendorf 3, 91541 Rothenburg


Leserbrief zum Thema Landwirtschaft und Exporterstattungen in der FLZ

Frau Aigner und andere Verantwortlichen fordern aktuell Exportbeihilfen bei Milch, da ihrer Aussage nach der Druck auf den Markt durch die hohe Menge den Auszahlungspreis zu stark beinträchtigt.
Kurzer Rückblick: Nach dem Lieferstopp der Milchbauern in 08 wurde klar, dass eine hohe Menge den Auszahlungspreis negativ beeinflusst. Der Milchgipfel plante mengenreduzierende Maßnahmen nach dem Konzept des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter(BDM). Bis zum Herbst schafften es Lobbyverbände wie der MIV, DBV und der DRV (Milchindustrie, Deutscher Bauern- und Raiffeisenverband) die Agrarminister davon zu überzeugen, alle Forderungen abzulehnen und den sogenannten freien liberalisierten Weltmarkt weiterhin als favorisierende Lösung zu sehen. Parallel dazu brach das globale liberalisierte Finanzsystem für jeden (auch für politische Entscheidungsträger deutlich erkennbar) in sich zusammen. Der LEH begriff nach dem 7.Nov. sofort und senkte weiterhin die Milchverkaufspreise. Dies bezahlt am Ende der Kette der Bauer, dessen Auszahlungspreise sich seither im freien Fall befinden. Im Teilen Deutschlands wurden für Dez. an die Erzeuger nur noch 21 Cent ausbezahlt, bei deutlich höheren Erzeugungskosten als 2007. Viele Betriebe werden in den Bankrott getrieben, die Gläubiger werden den Besitz übernehmen, die ehemaligen Betriebsleiter sind zur Weiterarbeit verpflichtet, von außen wird man oft nichts bemerken. Damit aber nicht zu schnell zu viele Bauern aufhören, nutzt man das Mittel der Exportbeihilfe jetzt zur Mengenreduzierung. Der Steuerzahler finanziert dies und der Handel sowie die Molkereikonzerne, die den aggressivsten Verdrängungswettbewerb bereits praktizierten und großteils auf Export orientiert sind, erhalten dieses Geld (nicht der Landwirt!). Nebenbei werden in den Drittländern damit mühsam aufgebaute landwirtschaftliche Strukturen mit einem Schlag zerstört. Die EU-Politik handelt mit all Ihren Handlangern aggressiv gegen die Gerechtigkeit und fördert den Hunger in der Dritten Welt zugunsten globaler Konzerninteressen. Bäuerliche Landwirtschaft wird zugunsten industrieller Landwirtschaft verdrängt, in Europa und weltweit. Nahrungsmittelproduktion in Konzernhand. Landwirtschaft ohne Landwirte. Wir kommen dem Ziel immer näher.

Isabella Hirsch
Heilbronn 31
91555 Feuchtwangen
09852-1846


Leserbrief zum Thema Landwirtschaft, FLZ Nürnberg

Weltweit sind die Erzeuger in der bäuerlichen Landwirtschaft in der gleichen Situation. Egal ob Sie Milchkühe oder Schweine halten, ob Sie Baumwolle oder Gemüse pflanzen. Ihre Politiker und Verbandsvertreter predigen Ihnen seit Jahren das Gleiche: “Werdet größer, arbeitet effizienter, nutzt die globalen Chancen des Weltmarkts. Die Schlechten brechen weg und Ihr, die Ihr die Guten seit, Ihr werdet die globalen Gewinner der Zukunft sein, denn Nahrungsmittel wird man immer brauchen.“ Der letzte Satz ist richtig, nur braucht man, um Nahrungsmittel zu haben, keine Bauern. Man braucht weltweit Billigarbeitskräfte, die das erledigen, was nicht verindustrialisiert werden kann und man braucht genügend durch Werbung beeinflusste Konsumenten, die ausschließlich das kaufen, was eine Hand voll globaler Shoppingcenter-Ketten anbietet. Es findet ein enormer Konzentrationsprozess von Verarbeitern und Handel statt. Nur noch ganz wenige bestimmen, wer wann wo was verarbeitet oder anbaut. Kein Bauer hat eine reelle Wahl z.B. zu welchem Fleischverarbeiter er seine Schlachttiere abgibt. Bis der von vielen gelobte liberalisierte Weltmarkt auch im Milchsektor erreicht ist, werden wir genauso weit mit dem auf Hochtouren laufenden Konzentrationsprozeß der Molkereien sein. Hr. Sonnleitner und die verantwortlichen Politiker entlassen ihre letzten Bauern in die Freiheit des Marktes, auf dass sie dort fressen und gefressen werden.
Mit dem Nein zur Milchquote beim Deutschen Bauerntag regte sich bei uns persönlich erstmalig ein Widerstand zu unseren Verbandsvertretern. Wir hielten das Konzept des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter, in dem wir auch Mitglied sind, nach einer Bündelung der Erzeuger und einer Steuerung der Menge, welche angepasst an den Bedarf und ausgerichtet auf den EU Binnenmarkt ist, für die wichtigsten Instrumente zum Schutz der Erzeuger. Wir sehen auch die Bauern in Frankreich oder anderswo in der Welt nicht als unsere Konkurrenten, sondern als unsere Kollegen, denen es genauso geht wie uns. Wir wollen keine produzierte Übermenge, die durch steuergeldfinanzierte Exportsubventionen in arme Länder gebracht wird und dort zusätzlich kleine regionale Märkte zerstört werden, die den Menschen dort eine Lebensgrundlage bilden. Hier wird mit einer Handelspolitik die Armut und der Hunger in der Welt gefördert. Man sollte eigentlich denken, wer dies weiss, dürfte nicht so handeln. Aber es zählt nicht Gerechtigkeit, Ethik und Moral, sondern die Höhe der Gewinne. Der Kampf ums Geld und der eigene Egoismus ist zur Doktrin für Viele geworden. Wir hofften, der Bauernverband würde sich im Milchsektor auf die Grundgedanken des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter einstellen und die wichtige Arbeit eines bäuerlichen Dachverbandes weiterführen. Der deutsche Bauernverband wie auch unser Kreisverband lehnten dies ab. Wir versuchten Gespräche zu führen, zu Infoversammlungen einzuladen und Unfrieden, der, wie man uns vorwarf, durch den Lieferstopp ausgelöst wurde, zu beheben. Es gab vor allem zwischen den höheren Vertretern im Kreis keine Kooperation mit uns. Stattdessen wurden wir als Mitglieder des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter immer wieder beschimpft und auf Versammlungen ausschließlich negativ bedacht.
Im Moment haben wir in ganz Europa eine höhere Milchanlieferung als nachgefragt wird. Herr Sonnleitner begrüßte die Entscheidung des Agrarrats am 7. November, die nach Wünschen des DBV ausgefallen ist. Deutschland bleibt damit weiterhin mit Abstand der mengenmäßig größte Überlieferer der nationalen Milchmenge. Ein Sieg für die Überlieferer und für den DBV.
Eine Ohrfeige für alle, die ihre immer noch geltende Quote einhalten, und für die, die bereit wären, für eine gerechtere Landwirtschaftspolitik einzustehen.
Uns persönlich blieb nur der Austritt aus dem Bauernverband und die Niederlegung des Amtes als Ortsobmann. Wir gehören nun auch ab 2009 zu den von Herrn Sonnleitner als vollkommen unbedeutend geltendnen 0,5 Prozent derer, die den Verband verließen.

Otto und Isabella Hirsch
Heilbronn 31
91555 Feuchtwangen
09852-1846


Weitere Briefe

Brief an Landtagskandidaten - 07.09.08
Sehr geehrter Herr Breitschwert!
Ich habe gestern die Broschüre der CSU zum Lantagswahlkampf gelesen. In Ihr kann man auch von Ihnen lesen. Besondere Beachtung findet bei mir ihre Aussagen zur Landwirtschaft:
BÄUERLICHE LANDWIRTSCHAFT SICHERN!
Landwirtschaftliche Betriebe prägen unsere Region und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wir wollen auch in Zukunft eine flächendeckende bäuerliche Landwirtschaft!
Da ich selbst Landwirt bin lese ich dies natürlich mit Wohlwollen! Leider machen Sie keine Ausführungen wie Ihre Bemühungen konkret aussehen werden. Ich bin Milchbauer und gleichzeitig im Kreisvorstand des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter im Landkreis Ansbach tätig. Ich denke Sie kennen unsere Forderungen für den Milchsektor. Welche da wären:
- Festsetzung eines Basispreises
- Einführung einer flexible Mengensteuerung
- Kurzfristig:
- Änderung des Umrechnungsfakors
- Streichung der Molkerei- und Bundessaldierung
- keine Quotenaufstockung
- Einführung einer Umlage
Ich kenne leider Ihre Einstellung zu der oben beschriebenen Thematik nicht. Hab auch während des Lieferstops leider nichts in der Presse von Ihnen lesen können.
Deshalb würde es mich sehr freuen wenn ich von Ihnen eine Antwort auf diese Mail bekommen würde! Als Hinweis möchte ích Ihnen mitteilen das ich über unseren Landrat Herrn Schwemmbauer mehrmals versucht habe ein Infogespräch mit der CSU Fraktionsspitze des Kreistagstags zu bekommen. Leider besteht dort wohl kein Intresse mit uns zu reden.
Für Ihre Bemühungen im voraus herzlichen Dank!
Mit freundlichen Grüßen

Hans Hirsch
Mitglied im Kreisvorstand BDM Landkreis Ansbach

Antwort auf diesen Brief - 25.09.08 (pdf)